HomeKontaktSitemapSuche Mitgliederbereich
Aktuelles
Publikationen und Bestellungen
Wir über uns
Rauchschutz
Tageslicht
Grundlagen
Fakten
Energieeffizienz
Beleuchtung von Arbeitsstätten
Aspekte

Recht und Normen
Gesetzeslage
Gesetze und Normen
Tageslicht in Innenräumen
Sportstättenbeleuchtung
Literatur
Links
Lüftung
Lichtkuppeln
Lichtbänder
RWA
Wärmeabzug
Eurolux
vfdb Ref. 14
Feuer und Rauch
   
  In folgenden Gesetzen, Verordnungen und Rechtsnormen werden wichtige und bedeutende Aussagen zur Beleuchtung mit Tageslicht gemacht:

  • Baugesetzbuch (BauGB)
  • Musterbauordnung (MBO) 2002 § 3 und § 47
  • EU-Arbeitsstättenrichtlinie, Anhang I und II, Punkt 8
  • Änderung Arbeitsstättenverordnung 2014
  • Arbeitsstättenverordnung 2004 (ArbStättV 2004) Anlage 1 Punkte 3.4 und 3.5
  • Arbeitsstättenrichtlinie - ASR A1.6 Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände
  • Arbeitsstättenrichtlinie - ASR A3.4 Beleuchtung
  • Berufsgenossenschaftliche Regel 131 (BGR 131) und DGUV-I 215-211 (BGI/GUV-I 7007)


  • Normative Regelungen und Richtlinien zum Tageslicht in Innenräumen oder in Sportstätten finden Sie in:
  • Tageslichttechnische Anforderungen
  •    
     

    Baugesetzbuch (BauGB) § 136 Abs. 3:

    "Bei der Beurteilung, ob in einem städtischen oder ländlichen Gebiet städtebauliche Missstände vorliegen, sind insbesondere zu berücksichtigen:
    1. die Wohn- und Arbeitsverhältnisse oder die Sicherheit der in dem Gebiet wohnenden oder arbeitenden Menschen in Bezug auf die Belichtung, Besonnung und Belüftung der Wohnungen und Arbeitsstätten, ..."

    Musterbauordnung (MBO) 2002 § 3 Allgemeine Anforderungen:

    (1) Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.

    Musterbauordnung (MBO) 2002 § 47 Aufenthaltsräume:

    (2) Aufenthaltsräume müssen ausreichend belüftet und mit Tageslicht belichtet werden können. Sie müssen Fenster mit einem Rohbaumaß der Fensteröffnungen von mindestens 1/8 der Netto-Grundfläche des Raumes einschließlich der Netto-Grundfläche verglaster Vorbauten und Loggien haben.

    (3) Aufenthaltsräume, deren Nutzung eine Belichtung mit Tageslicht verbietet, sowie Verkaufsräume, Schank- und Speisegaststätten, ärztliche Behandlungs-, Sport-, Spiel-, Werk-und ähnliche Räume sind ohne Fenster zulässig.

    Zur individuellen Regelung eines jeden Bundeslandes hinsichtlich der Mindestfenstergrößen in Aufenthaltsräumen hier klicken.

    EU-Arbeitsstättenrichtlinie, Anhang I und II

    8. Natürliche und künstliche Beleuchtung der Räume
    8.1.
    Die Arbeitsstätten müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und mit Einrichtungen für eine der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer angemessene künstliche Beleuchtung ausgestattet sein.

    Änderung Arbeitsstättenverordnung (Stand 18.02.2015)
    Der Bundesrat hat am 19. Dezember 2014 der Änderung der Arbeitsstättenverordnung mit Änderungen zugestimmt.

    Bedeutsam ist, dass der Versorgung mit Tageslicht und der Sichtverbindung nach außen eine größere Bedeutung beigemessen wird. In der Begründung heißt es:

    Zu Nummer 12. m)
    Natürliches Tageslicht nimmt bei der Beleuchtung von Arbeitsräumen einen sehr hohen Stellenwert ein. In Verbindung mit einer ungehinderten Sichtverbindung nach außen wirkt sich das Tageslicht positiv auf die physische Gesundheit (z.B. Hormonhaushalt) sowie auf die psychische Gesundheit (z.B. Motivation, Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit) der Beschäftigten bei der Arbeit aus. Mit der Novellierung der ArbStättV im Jahr 2004 ist mit der Nummer 3.4 die Verpflichtung nach einer Sichtverbindung ins Freie in Arbeits- und Aufenthaltsräumen durch die Anforderung „Die Arbeitsstätten müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten …“ ersetzt worden. Diese Formulierung ist rechtlich unbestimmt und in sich widersprüchlich. Es wird einerseits „müssen“ als Pflicht und andererseits „möglichst ausreichend“ als unverbindliche Empfehlung in der Praxis ausgelegt. Auch ist nicht zwingend in allen Bereichen von Arbeitsstätten Tageslicht erforderlich. So ist z.B. aus betriebsspezifischen Gründen ausdrücklich Tageslicht in Fotolaboren nicht erlaubt. Die derzeitigen Regelungen führen daher häufig zu Missverständnissen und Konflikten sowie in der Folge zu vielen Anfragen von Arbeitgebern, Architekten, Bauingenieuren und der Arbeitsschutzaufsicht der Länder. Beklagt werden dabei auch die uneinheitliche Auslegung dieser unbestimmten Begriffe durch die Aufsichtsbehörden im Vollzug und die Abweichung von der Normung, die zusätzlich eine Sichtverbindung nach außen festlegt. Die einschlägige Normung (DIN 5034-1 Tageslicht in Innenräumen) verlangt seit Jahren für Aufenthaltsräume und Arbeitsräume in Gebäuden eine ausreichende Sichtverbindung nach außen. Auch das Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen“ (BNB) des Bundesverkehrsministeriums fordert die Sichtverbindung nach außen für Büros und Verwaltungsgebäude. Die spezifizierte Forderung nach Sichtverbindung ins Freie entspricht unbestritten dem Stand der Technik. Natürliches Licht am Arbeitsplatz und die Sichtverbindung ins Freie sind unter dem Gesichtspunkt der zunehmenden psychischen Belastungen, z. B. zur Vermeidung von „Klausureffekten“, für Beschäftigte in Arbeits- und Aufenthaltsräumen notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil zum Thema Sichtverbindung nach außen aus dem Jahr 1997. Zur Klarstellung und zur Bereinigung von Unstimmigkeiten soll deshalb die grundsätzliche Anforderung der Sichtverbindung nach außen für die Beschäftigten, die in Arbeitsräumen tätig werden oder sich in Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräumen, Kantinen, Erste-Hilfe-Räumen und Unterkünften aufhalten, in die ArbStättV aufgenommen werden. Die beabsichtigte Regelung in der ArbStättV ist jedoch in Anlehnung an die Rechtslage vor 2004 so ausgerichtet, dass die Forderung nach einer Sichtverbindung nach außen nicht generell für alle Arbeitsplätze anzuwenden ist (Ausnahmen: z. B. betriebstechnische Verfahren, sehr große Arbeitsräume, Einkaufszentren mit Verkaufsräumen, Schank- und Speisegaststätten, spezielle ärztliche Behandlungsräume).

    Der Bundesrat ist hierzu der Auffassung, dass bei Sanitär- und Erste-Hilfe-Räumen aufgrund der Aufenthaltsdauer eine Sichtverbindung nach außen und ausreichendes Tageslicht nicht erforderlich sind.

    Der Text zur Beleuchtung und Sichtverbindung lautet nach Beratung im Bundesrat:
    3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung
    (1) Arbeitsräume, in denen sich Beschäftigte bei der von ihnen auszuübenden Tätigkeit regelmäßig über einen längeren Zeitraum oder im Verlauf der täglichen Arbeitszeit nicht nur kurzfristig aufhalten müssen, Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen und Unterkünfte müssen ausreichend Tageslicht erhalten und eine Sichtverbindung nach außen haben. Dies gilt nicht für
    a) Arbeitsräume, bei denen betriebstechnische Gründe Tageslicht oder eine Sichtverbindung nach außen nicht zulassen,
    b) Verkaufsräume sowie Schank- und Speiseräume in Gaststätten einschließlich der zugehörigen anderen Arbeitsräume, sofern die Räume vollständig unter Erdgleiche oder innerhalb von Kaufhäusern und Einkaufszentren liegen,
    c) Arbeitsräume mit einer Grundfläche von mindestens 2.000 m2, sofern Oberlichter oder andere bauliche Vorrichtungen vorhanden sind, die Tageslicht in den Arbeitsraum lenken und eine gleichmäßige Beleuchtungsstärke im Raum schaffen.
    (2) In Arbeitsräumen muss die Stärke des Tageslichteinfalls am Arbeitsplatz je nach Art der Tätigkeit reguliert werden können.
    (3) Arbeitsstätten müssen mit Einrichtungen ausgestattet sein, die eine angemessene künstliche Beleuchtung ermöglichen, so dass die Sicherheit und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten gewährleistet sind.
    (4) Die Beleuchtungsanlagen sind so auszuwählen und anzuordnen, dass dadurch die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet werden.
    (5) Arbeitsstätten, in denen bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung die Sicherheit der Beschäftigten gefährdet werden kann, müssen eine ausreichende Sicherheitsbeleuchtung haben.

    Der Text zur Raumtemperatur lautet:
    3.5 Raumtemperatur
    (1) Arbeitsräume, in denen aus betriebstechnischer Sicht keine spezifischen Anforderungen an die Raumtemperatur gestellt werden, müssen während der Nutzungsdauer unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren und der physischen Belastungen der Beschäftigten eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur haben.
    (2) Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen, Erste-Hilfe-Räumen und Unterkünfte müssen während der Nutzungsdauer unter Berücksichtigung des spezifischen Nutzungszwecks eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur haben.
    (3) Fenster, Oberlichter und Glaswände müssen unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren und der Art der Arbeitsstätte eine Abschirmung gegen übermäßige Sonneneinstrahlung ermöglichen.

    Den gesamten Text zur Änderung der Arbeitsstättenverordnung (Stand nach Beratung im Bundesrat) und die Begründung zum Entwurf können Sie durch Klick downloaden.

    Arbeitsstättenverordnung 2004 (ArbStättV 2004) Anlage 1:
    3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung


    (1) Die Arbeitsstätten müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und mit Einrichtungen für eine der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten angemessenen künstlichen Beleuchtung ausgestattet sein.

       
     
    Arbeitsstättenverordnung 2004 (ArbStättV 2004) Anlage 1:
    3.5 Raumtemperatur

    (2) Fenster, Oberlichter und Glaswände müssen je nach Art der Arbeit und der Arbeitsstätte eine Abschirmung der Arbeitsstätten gegen übermäßige Sonneneinstrahlung ermöglichen.

     

     

     

     

    Der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) hat Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung 2004 herausgegeben. Darin werden Fragen beantwortet, die sich aus der neuen ArbStättV ergeben, und Auslegungen zu den Inhalten beschrieben. So wird u. a. erläutert, wie zukünftig mit der "Sichtverbindung nach außen" zu verfahren ist. Die LASI-Leitlinie können Sie hier downloaden.

    Arbeitsstättenrichtlinie - ASR A1.6 Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände

    3 Begriffsbestimmungen
    3.8 Oberlichter

    nach Arbeitsstättenverordnung sind in Dach- bzw. Deckenflächen integrierte Bauteile - im Weiteren Dachoberlicht genannt -, die der natürlichen Beleuchtung und ggf. der Lüftung dienen. Dachoberlichter werden oft mit einem Rauch-Wärme-Abzug (RWA) kombiniert. Ausführungen von Dachoberlichtern sind z. B. Lichtkuppeln, Lichtbänder und Lichtplatten. Obere Teile von Fenstern und Türen, die umgangssprachlich als Oberlichter bezeichnet werden, sind im Sinne dieser Regel Fenster.

    Abb. 2: Dachoberlicht (Lichtkuppel)

    4 Sicherheitsanforderungen bei Planung und Auswahl
    4.2 Dachoberlichter

    (1) Gefährdungen durch geöffnete Dachoberlichter müssen vermieden oder minimiert werden. Gefährdungen können z. B. sein:
    - Einengung des Verkehrsweges,
    - Absturz von Beschäftigten,
    - Herabfallen von Gegenständen durch die Öffnung oder
    - Zugluft.
    (2) Dachoberlichter sind in der Regel nicht durchtrittsicher. Deshalb sind geeignete Maßnahmen gegen Absturz zu treffen.
    (3) Für die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung auf das Raumklima durch Dachoberlichter sind die Anforderungen der ASR A3.5 „Raumtemperatur“ zu beachten.
    (4) Für beleuchtungstechnische Anforderungen an Dachoberlichter sind die Vorgaben der ASR A3.4 „Beleuchtung“ zu beachten.

    5 Reinigung, Instandhaltung einschließlich Prüfungen
    (1) Bereits bei der Planung der Fenster, Dachoberlichter oder lichtdurchlässigen Wände muss der Arbeitgeber darauf achten, dass eine sichere Instandhaltung und Reinigung gewährleistet wird. Dies gilt insbesondere, wenn hierzu bauliche Vorrichtungen zur Durchführung von Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten erforderlich sind.
    (2) Die Reinigung oder Instandhaltung von Fenstern, Dachoberlichtern und lichtdurchlässigen Wänden muss von einer sicheren Standfläche mit ausreichendem Bewegungsfreiraum aus erfolgen können. Diese kann dauerhaft oder zeitweilig eingerichtet sein.
    Sichere Standflächen sind z. B.:
    - Reinigungsbalkone,
    - Befahranlagen oder
    - Standroste mit Anschlageinrichtungen für Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA).
    Sind solche sicheren Standflächen nicht vorhanden, können Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten z. B. auch von Hebebühnen und Gerüsten durchgeführt werden, wenn die baulichen Voraussetzungen und geeignete Aufstellflächen gegeben sind.
    Hochziehbare Personenaufnahmemittel (z. B. Arbeitskörbe, Arbeitsbühnen und Arbeitssitze) dürfen nur nachrangig in exponierten Teilbereichen eingesetzt werden, wenn sichere Standplätze nicht einrichtbar sind.
    (3) Bei Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten mit Absturzgefährdung sind geeignete Maßnahmen zum Schutz gegen Absturz (z. B. feste oder mobile Umwehrungen, PSAgA) erforderlich.
    (7) Bei kraftbetätigten Fenstern und Dachoberlichtern ist zusätzlich das Folgende zu beachten:
    - Vor Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten muss der Antrieb abgeschaltet und gegen irrtümliches und unbefugtes Einschalten, sowie gegen unbeabsichtigte Bewegung gesichert werden. Hiervon ausgenommen bleibt der Probelauf (Funktionsprüfung).
    - Die Instandhaltung darf nur durch vom Arbeitgeber beauftragte Personen durchgeführt werden, die mit den jeweiligen Arbeiten vertraut sind.
    - Kraftbetätigte Fenster müssen nach den Vorgaben des Herstellers vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen sowie wiederkehrend sachgerecht auf ihren sicheren Zustand geprüft werden. Die wiederkehrende Prüfung sollte mindestens einmal jährlich erfolgen. In die Prüfung sind auch die Fangvorrichtungen einzubeziehen. Die Ergebnisse der sicherheitstechnischen Prüfung sind zu dokumentieren.
    - Die sicherheitstechnische Prüfung von kraftbetätigten Fenstern darf nur durch Sachkundige durchgeführt werden, die die Funktionstüchtigkeit der Schutzeinrichtungen beurteilen und überprüfen können.

    Den vollständigen Text der neuen ASR A1.6 Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände können Sie hier downloaden.

    Arbeitsstättenrichtlinie - ASR A3.4 Beleuchtung:

    4 Beleuchtung mit Tageslicht
    4.1 Ausreichendes Tageslicht
    (1) Die Arbeitsstätten müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten. Eine Beleuchtung mit Tageslicht ist der Beleuchtung mit ausschließlich künstlichem Licht vorzuziehen. Helle Wände und Decken unterstützen die Nutzung des Tageslichts. Tageslicht weist Gütemerkmale (z. B. die Dynamik, die Farbe, die Richtung, die Menge des Lichts) auf, die in ihrer Gesamtheit von künstlicher Beleuchtung nicht zu erreichen sind. Tageslicht hat im Allgemeinen eine positive Wirkung auf die Gesundheit und das Wohlempfinden des Menschen.
    (2) Tageslicht kann durch Fenster, Dachoberlichter und lichtdurchlässige Bauteile in Gebäude gelangen, wobei Fenster zusätzlich eine Sichtverbindung nach außen ermöglichen. Eine gleichmäßige Lichtverteilung kann mit Dachoberlichtern erreicht werden, wenn der Abstand der Dachoberlichter voneinander nicht größer ist als die lichte Raumhöhe.
    (3) Die Anforderung nach ausreichendem Tageslicht wird erfüllt, wenn in Arbeitsräumen
    - am Arbeitplatz ein Tageslichtquotient größer als 2 %, bei Dachoberlichtern größer als 4 % erreicht wird oder
    - mindestens ein Verhältnis von lichtdurchlässiger Fenster-, Tür- oder Wandfläche bzw. Oberlichtfläche zur Raumgrundfläche von mindestens 1:10 (entspricht ca. 1:8 Rohbaumaße), eingehalten ist.
    Die Einrichtung fensternaher Arbeitsplätze ist zu bevorzugen.
    Die Anforderungen gelten auch für Aufenthaltsbereiche in Pausenräumen. Wenn die Forderung nach ausreichendem Tageslicht in bestehenden Arbeitsstätten oder auf Grund spezifischer betriebstechnischer Anforderungen nicht einzuhalten ist, sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung andere Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes erforderlich. Eine andere Maßnahme besteht in der Einrichtung und Nutzung von Pausenräumen mit hohem Tageslichteinfall in Verbindung mit einer geeigneten Pausengestaltung.

    Abb. 1: Beispiel für die Tageslichtversorgung in Abhängigkeit von der Raumhöhe, der
    Größe und Anordnung des Fensters

    (4) Für die Beleuchtung von Arbeitsplätzen mit Tageslicht sind in Fenstern und
    Dachoberlichtern Verglasungsmaterialien zu verwenden, die zu einer möglichst geringen
    Veränderung des Farbeindrucks führen.

    4.2 Maßnahmen zur Begrenzung der Blendung
    Störende Blendung durch Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden oder - wenn dies nicht
    möglich ist - zu minimieren. Zur Begrenzung störender Blendungen oder Reflexionen
    können z. B. Jalousien, Rollos und Lamellenstores dienen. Bei Dachoberlichtern können
    dies z. B. lichtstreuende Materialien oder Verglasungen mit integrierten Lamellenrastern
    sein.
    Die Anforderungen aus der ASR A3.5 „Raumtemperatur“ bezüglich übermäßiger Sonneneinstrahlung (siehe Punkt 4.3 sowie Tabelle 3 der ASR A3.5) sind zu beachten.

    Den vollständigen Text der neuen ASR A3.4 Beleuchtung können Sie hier downloaden.


    BG-Regel 131 "Beleuchtung von Arbeitsstätten" (BGR 131-1 und -2):
    Mit Stand Oktober 2006 haben die Berufsgenossenschaften ihre zweiteilige BG-Regel 131 "Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten" veröffentlicht. Der Teil 1 trägt den Titel "Handlungshilfen für den Unternehmer", Teil 2 heißt "Leitfaden zur Planung und zum Betrieb der Beleuchtung". Im Oktober 2008 wurde die BGR 131 redaktionell überarbeitet.
    BG-Regeln dienen einerseits dazu, bestimmte staatliche Arbeitsschutzvorschriften oder Unfallverhütungsvorschriften zu konkretisieren oder zu erläutern; andererseits können sie im Einzelfall auch Lösungen enthalten, die der Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit dienen.

    Unter "Allgemeines" wird gefordert: "Arbeitsplätze sollten vorrangig mit Tageslicht beleuchtet werden."

    Zum erforderlichen Beleuchtungsniveau bei einer natürlichen Beleuchtung werden folgende Hinweise gegeben:

    "4.1.1 Beleuchtungsniveau
    Arbeitsstätten müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten.
    Dies wird z.B. erreicht, wenn je nach Anforderung der Sehaufgabe ein Verhältnis von lichtdurchlässiger Fenster-, Tür- oder Wandfläche bzw. Oberlichtfläche zur Raumgrundfläche von mindestens 1 : 10 (entspricht ca. 1 : 8 Rohbaumaße), für höhere Anforderungen bis 1 : 5 eingehalten ist. Bei der Beleuchtung durch Fenster-, Tür- oder Wandflächen gelten diese Werte für übliche Abmessungen der Räume mit einem Verhältnis von Raumbreite zur Raumtiefe von bis zu 1 : 2 bis
    (zu) einer maximalen Raumtiefe von 6 m."

    Mit Erscheinen der ASR A3.4 Beleuchtung hat die Berufsgenossenschaft die BGR 131 Teil 1 und Teil 2 zurückgezogen.

    DGUV-Information "Tageslicht am Arbeitsplatz" (DGUV-I 215-211 - vormals BGI/GUV-I 7007):
    Warum ist Tageslicht wichtig für unsere Gesundheit? Wie lässt sich Tageslicht in ausreichendem Maße am Arbeitsplatz nutzen? Welchen Einfluss haben bauliche Maßnahmen?

    Diese und weitere Fragen beantwortet die imJahre 2009 erschienene Handlungshilfe „Tageslicht am Arbeitsplatz - leistungsfördernd und gesund“ DGUV-I 215-211 (vormals BGI/GUV-I 7007) und konkretisiert die Arbeitsstättenverordnung und die ASR A3.4. Die Handlungshilfe richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und kann hier kostenlos herunter geladen werden.
    In der Tabelle „Notwendiger Anteil der lichtdurchlässigen Fläche“ nach DGUV-I 215-211 (vormals BGI/GUV-I 7007) haben wir den Zusammenhang zwischen Fenster- bzw. Dachoberlichtfläche und Beleuchtungsstärke für ausgewählte Nutzungen zusammengestellt.

    Tageslichttechnische Anforderungen:

    In Deutschland beschäftigt sich einerseits die Normenreihe DIN 5034 „Tageslicht in Innenräumen“ mit der Tageslichttechnik, andererseits die Richtlinienreihe VDI 6011 mit der "Optimierung von Tageslichtnutzung und künstlicher Beleuchtung".

    DIN 5034 besteht aus folgenden Teilen:

    • Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Juli 2011
    • Teil 2: Grundlagen, Feb. 1985
    • Teil 3: Berechnung, Feb. 2007
    • Teil 4: Vereinfachte Bestimmung von Mindestfenstergrößen für Wohnräume, Sep. 1994
    • Teil 5: Messung, Nov. 2010
    • Teil 6: Vereinfachte Bestimmung zweckmäßiger Abmessungen von Oberlichtöffnungen in Dachflächen, Feb. 2007

    Hinweise zur Beleuchtung von Arbeitsstätten sind daneben auch der DIN EN 12464-1:08-2011 zu entnehmen.

    Für die Sportstättenbeleuchtung gilt DIN 67526.
    Sie besteht aus folgenden Teilen:

    • Blatt 1: Richtlinien für die Beleuchtung mit künstlichem Licht, Sep. 1973
    • Teil 2: Beleuchtung für Fernseh- und Filmaufnahmen - Anforderungen, Nov. 1987
    • Teil 3: Richtlinien für die Beleuchtung mit Tageslicht, Aug. 1976

    Hinweise zur Planung mit künstlicher Beleuchtung liefert DIN EN 12193:2008-04 "Licht und Beleuchtung - Sportstättenbeleuchtung".

    Daneben hat der VDI für das Zusammenspiel von Tageslicht und künstlicher Beleuchtung die VDI Richtlinie 6011 "Optimierung von Tageslichtnutzung und künstlicher Beleuchtung" herausgebracht. Sie besteht aus folgenden Teilen:

    • Blatt 1: Grundlagen und allgemeine Anforderungen, erscheint neu im April 2016
    • Blatt 2: Dachoberlichter, April 2006 (in Überarbeitung)
    • Blatt 3: Anforderungen der Innenraumbegrünung, April 2006 (in Überarbeitung)

    Ziel der in Blatt 2 beschriebenen optimierten Tageslichtnutzung in Gebäuden ist die Reduktion des Energieverbrauchs bei gleichzeitiger Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der visuellen Behaglichkeit. Hierin werden zudem gewerkeübergreifende Lösungen mit Blendschutz, Sonnenschutz, Lichtlenkung, Gebäudeautomation und integrierten Konzepten von Tageslicht-Nutzung und künstlicher Beleuchtung behandelt.
    Die Richtlinie VDI 6011 Blatt 2 gilt für die verschiedenartigsten Gebäude (siehe Geltungsbereich).